Saskia Mertens, Roetgen

Warum Osteopathie nach „de Bakker" 

Nach meinem Osteopathiestudium stand ich vor zwei Problemen. Zum einen hatte ich undefinierbare Hüftschmerzen, die mein Mitstudent nicht beheben konnte. Dies war für uns beide arg frustrierend, hatten wir uns von 5 Jahren pauken doch etwas mehr versprochen. Passend dazu hatte ich nach wie vor das Problem, am Patienten nicht so recht zu wissen, wo ich denn nun beginnen musste. Wir kannten viele Teste, viele Techniken und diverse Zusammenhänge, die in der Theorie zwar gut klangen, doch so am Patienten selten zu finden waren.

Mein Problem Nummer eins führte mich dann zu einem niederländischen Osteopathen, der nicht nur meine Hüftschmerzen beseitigte und mich ungefragt von meinen Migräneattacken befreite, sondern mir auch mit Problem Nummer zwei weiterhalf. Da ich nach zwei Behandlungen bei ihm beschwerdefrei war, wollte ich natürlich wissen, nach welchem Konzept er arbeitete. Ich konnte kaum etwas aus meinem Studium wieder erkennen und das, obwohl seine Urkunde an der Wand von der gleichen Schule stammte wie meine zu Hause. Damals war es noch etwas komplizierter zu Frank de Bakker Kontakt aufzunehmen, da es noch keine Internetpräsenz gab und er nur Kurse in Antwerpen gab. Doch der Aufwand war es wert, denn bereits nach dem ersten Kursblock hatten wir ein Schema an der Hand, das sich in der Praxis hervorragend umsetzen ließ. 

Vereinfacht gesagt haben die Organe für das Funktionieren des Körpers Priorität und das Skelett unterstützt die Viszera, da es in der körpereigenen Hierarchie weiter unten steht. Dies kann unter anderem eine Erklärung für die vielen Patienten mit rezidivierenden Blockaden und ständig wiederkehrenden Gelenkbeschwerden sein. Solange die korrespondierenden Organe in ihrer Funktion nicht unterstützt werden, werden die Gelenkprobleme nicht dauerhaft zu beheben sein. Dazu kommt in späteren Kursen das Nervensystem mit seinen zahlreichen Verknüpfungen und natürlich wieder viel Integration. Da die Kurse mittlerweile in Köln statt finden, hat sich der Aufwand für uns aus NRW zwar sehr minimiert, doch im letzten Jahr waren auch viele Studenten aus Süddeutschland und der Schweiz dabei. Das Konzept ist einfach zu überzeugend, um die Fahrt nicht auf sich zu nehmen.

Letztendlich bin ich sehr froh, damals die Hüftbeschwerden gehabt zu haben, denn ich möchte nicht wissen, wie ich heute osteopathisch arbeiten würde. Vermutlich sehr physiotherapeutisch mit ein paar osteopathischen Techniken dabei. 
 
Saskia Mertens, Roetgen